SSD-Datenrettung im Horrorfilm-Format: das im Backofen gebratene Laufwerk

Warum stecken Menschen Elektronik ins Backrohr?
Vielleicht ist Ihnen im Internet schon eine „Reparaturtechnik" begegnet, die empfiehlt, ein defektes Flash-Speichergerät wie eine Solid-State-Drive (SSD) mithilfe eines Backrohrs wieder in einen funktionstüchtigen Zustand zu versetzen. Bei dieser riskanten Methode wird die Leiterplatte buchstäblich gebacken, in der Hoffnung, das Gerät wiederzubeleben. Die Theorie dahinter: Das Gerät könnte aufgrund fehlerhafter Lötstellen ausgefallen sein, und durch das Erhitzen der Platine im Ofen soll das Lot erneut schmelzen und die unterbrochenen Verbindungen wieder zusammenfügen.
Diese Methode hat mehrere Probleme. Erstens ist es unwahrscheinlich, dass sich das Lot mit einem herkömmlichen Backrohr oder Toaster-Ofen überhaupt erfolgreich zum Schmelzen bringen lässt. Zweitens kann bereits die kleinste Erschütterung (etwa beim Herausnehmen des Geräts aus dem Backrohr) verborgene Lötbrücken unter den Mikrochips verursachen oder die perfekt ausgerichtete Anordnung der Lötkugeln zerstören, falls es Ihnen doch gelingt, das Lot zu schmelzen. Wird ein Gerät mit fehlerhaften Lötverbindungen unter Spannung gesetzt, kann dies zu irreparablen Schäden an den Mikrochips führen.
Zwar gibt es einige Berichte, in denen diese „Technik" ein Gerät vorübergehend wiederbelebt hat, doch weitaus wahrscheinlicher ist, dass sie Ihr Gerät dauerhaft beschädigt, Ihr Haus zum Stinken bringt und Ihr Backrohr ruiniert. Es gibt spezialisierte Werkzeuge und Verfahren, die zum Neuaufschmelzen von Lot entwickelt wurden, und ein Haushaltsbackrohr gehört nicht dazu.
Das Ergebnis der Back-„Technik"
Es dürfte niemanden überraschen, dass wir davon abraten, ein Gerät (SSD, USB-Stick, Kamerakarte, Mainboard usw.) im Rahmen einer Reparatur oder Datenrettung zu backen, insbesondere wenn sich unersetzliche Daten darauf befinden. Wir haben jedoch kürzlich eine Sandisk SSD Plus erhalten, die nach einer ganz besonderen Variante dieser „Stammtisch-Experten"-Methode behandelt worden war. Werfen Sie einen Blick auf die Fotos unten – sie zeigen das tatsächlich an DriveSavers zur Datenrettung eingesandte Gerät.
Dieser Heimwerker trieb die Datenvernichtung (die eigentlich eine Datenrettung sein sollte) auf die Spitze, indem er die gesamte Solid-State-Drive buk, ohne die Platine auch nur auszubauen. Der „Computerreparatur-Experte", an den sich unser Kunde wandte, bevor er DriveSavers anrief, steckte die gesamte Sandisk SSD Plus samt Kunststoffgehäuse, Chips, Platine und allem Drum und Dran in sein Backrohr. Das Ergebnis: Das Kunststoffgehäuse schmolz mit der Platine und den Chips zusammen und hinterließ ein großes Durcheinander, das als zeitgenössisches Kunstwerk durchgehen könnte.
Die Datenrettung
Konnte DriveSavers auf die Daten zugreifen? Durch ein Wunder: ja. Und mit „Wunder" meine ich das unübertroffene Talent und Fachwissen der Datenrettungsingenieure von DriveSavers.

Wie haben sie das geschafft? Unsere Datenrettungsingenieure sind auf fortschrittliche Mikrolöttechniken spezialisiert. In diesem Fall konnten sie diese Techniken anwenden, um die entscheidenden Mikrochips auf eine funktionsfähige Leiterplatte (PCB) zu übertragen.
Mikrochips müssen mit äußerster Sorgfalt behandelt werden. Werden Bauteile unsachgemäß gehandhabt, können mikroskopisch kleine Schäden entstehen. Zudem können übermäßige Hitze oder Krafteinwirkung die Mikrochips dauerhaft beschädigen und die Daten unwiederbringlich machen. Durch gewissenhafte (engagierte) Forschung und Entwicklung haben unsere Ingenieure die optimalen Verfahren für eine sichere und effektive Datenrettung ermittelt, die das Risiko eines Datenverlusts minimieren.
Die Verfahren unserer Ingenieure erfordern spezialisierte Ausrüstung und ein geschicktes Vorgehen. Es handelt sich um eine wirklich fachmännische Technik (nicht um „YouTube-Expertentum"). Versuchen Sie dies nicht zu Hause, wenn Ihnen Ihr Gerät oder Ihre Daten am Herzen liegen, und verwenden Sie auf keinen Fall einen Toaster-Ofen!



